
A.T. Still entwickelte ein Konzept, das darauf aufbaut, dass Muskeln, Faszien und Skelett ein System bilden, welches als Stützgewebe im Zusammenhang mit allen anderen Systemen des Körpers steht. Still ging hierbei von der Naturgesetzen aus und der Wechselbeziehung der verschiedenen Systeme im Organismus:
Der Mensch reagiert als Einheit.
In Kirksville gründete er 1892 "The American School of Osteopathy". Seine Denkweise und die manuelle Art des Verfahrens wurden später von seinen Schülern, W.G. Sutherland und J.M. Littlejohn übernommen und weiterentwickelt. 1917 erreichte die Osteopathie England und in den fünfziger Jahren den europäischen Kontinent. Seit Beginn der Neunziger Jahre hat die Osteopathie auch in Deutschland und der Schweiz Fuss gefasst.
Unter Beibehaltung des ursprünglichen Konzeptes hat sich die Osteopathie mit der ihr eigenen Diagnostik und Therapie ständig weiterentwickelt. Die Ausübung osteopathischer Medizin ist dadurch zu einem selbständigen Beruf geworden, der eine mehrjährige, ganzheitliche Ausbildung erfordert, um in einer therapeutischen oder medizinischen Praxis angewandt werden zu können. Unterdessen akzeptieren viele Aerzte und Vertreter der schulmedizinischen Wissenschaften die Grundlagen der osteopathischen Medizin. Schulmedizin, medizinische Wissenschaften und Osteopathie arbeiten im Rahmen der Heilkunde und zum Wohle des Patienten zusammen.